Was wäre unsere Küche ohne die guten Rezepte unserer Großmütter? Jeder von uns hat einen Duft in der Nase, der ihn unweigerlich an die eigene Kindheit erinnert.

Jeder von uns hat einen Duft in der Nase, der ihn unweigerlich an die eigene Kindheit erinnert. Bei mir ist das der Duft von frisch gebackenem Hefeteig. Meine Oma saß jeden Samstag in ihrer Küche, hatte eine große weiße Keramikschüssel auf dem Schoß und knetete stundenlang, wohlbemerkt noch von Hand, ihren Hefeteig. Für mich als Kind war das nicht verständlich, warum man so lange mit den Händen einen Teig bearbeiten muss, damit er so richtig gut wird. Küchenmaschinen gab es damals noch nicht in dieser Form wie heute. Wenn überhaupt hatte der Mixer einen Knethaken, aber das war auch schon alles.

Vom Endprodukt waren wir natürlich dann immer alle begeistert. Egal, ob aus diesem Teig lecker duftende Dampfnudeln mit Vanillesoße wurden, Streuselkuchen mit den dicksten Butterstreuseln, die ich je gesehen habe oder eben Hefezopf. So groß, dass er für eine ganze Fussballmannschaft gereicht hätte.

Omas Hefezopf mit Nuss-Marzipan-Schoko-Füllung

Da ist mir doch gleich dieser Hefeteig-Duft eingefallen. Meine Oma hatte noch die Gabe, alle Rezepte im Kopf zu haben. Von daher ist es leider sehr schwer, ihre Leckereien heute noch nachzubacken oder nachzukochen. Ich wusste noch, dass Oma den Hefezopf oft mit einer Nuss-Marzipan-Schoko-Füllung gemacht hat. Meine Tante, die in München lebt, hatte damals einige wenige Rezpte gesichert und so fanden wir tatsächlich das Rezept für die Füllung. Und heute gebe ich dieses Rezept an euch weiter.

Omas Hefezopf mit Nuss-Marzipan-Schoko-Füllung

Rezept für den Hefeteig

500 g Mehl
1 Würfel Hefe (40g)
220 g Milch, zimmerwarm
100 g Zucker
80 g Butter
1 Ei (+ 1 Eigelb zum Bestreichen)
1/2 TL Salz

gehackte Mandeln oder Hagelzucker zum Bestreuen

Die Hefe in etwas warmer Milch und einem TL Zucker auflösen. Die restlichen Zutaten in die Küchenmaschine geben und die Hefemilch beim Kneten nach und zugeben. Alles gut miteinander verkneten, bis ein glatter Teig entstanden ist – wer es sich zutraut, darf den Teig gerne komplett von Hand kneten. Teig in eine Schüssel geben und mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen fast verdoppelt hat.

In der Zwischenzeit die Füllung herstellen.

Rezept für die Füllung

150 g gemahlene Nüsse
40 g Zucker
40 g Marzipan Rohmasse
10 g dunkles Kakaopulver

Alle Zutaten zu einer glatten Masse verarbeiten.

Aus dem Teig drei gleichmäßig große Teile machen. Zwei davon mit der Teigrolle zu je einem Rechteck ausrollen. Die Füllung darauf verteilen und glattstreichen. Anschließend die Rechtecke von der längeren Seite her aufrollen, sodass eine Rolle entsteht. Den dritten Teil ohne Füllung ebenfalls zu einer Rolle formen. Alle drei Teile nun zu einem Zopf flechten. Die Enden zusammendrücken, damit der Zopf nicht aufgeht.

Das Eigelb mit einer Gabel verquirlen und mit einem Backpinsel den Zopf damit einstreichen. Gehackte Mandeln oder Hagelzucker darauf streuen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Heißluft) ca. 20-25 Minuten backen.

Für meine Kinder habe ich den Zopf ohne Füllung gemacht und dafür mit Hagelzucker bestreut. In diesem Fall reicht die Hälfte der Füllung aus.

Ohne Füllung essen wir den Hefezopf am liebsten mit Butter und Marmelade oder Nutella.